AUGENARZTPRAXISDR.DYCK
Katarakt, dieses griechische Wort für Wasserfall beschreibt eine Trübung der Linse in unseren Augen. Durch die lebenslang stattfindenden Umbauprozesse der Linse wird diese zunächst immer weniger elastisch, wodurch wir die Fähigkeit der Naheinstellung (Akkommodation) zunehmend einbüßen. Dies beginnt bereits bei Kindern und macht sich im Durchschnitt ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Im Laufe der Jahrzehnte trübt die Linse zusätzlich ein. Das Sehen gleicht ein wenig einem schmutzigen Fensterglas mit einem Gelbstich. An diesem Fenster helfen keine Gläser. Da hilft nur Putzen. Ähnlich verhält es sich am Auge. Eine andere Brille bringt kaum noch eine Verbesserung.
Jetzt muss die Linse ausgetauscht werden. Dazu wird die trübe Linse mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. In die nun leere Kapsel wird eine neue Linse eingesetzt. Hier muss man Kompromissbereitschaft mitbringen, denn keine Kunstlinse kann die Leistung der eigenen Linse in den jungen Jahren erreichen. Kunstlinsen verformen sich bislang nicht. Auf eine berechnete Entfernung kann aber dann scharf gesehen werden. Alles andere muss weiterhin mit Brillen korrigiert werden (Ferne, PC/Noten, Lesen). Mit Sonderlinsen (asphärisch, multifokal, torrisch) kann versucht werden, den Kompromiss etwas zu reduzieren. Hier sind Kosten und Eignung zu beachten.
Wir alle benötigen eine Operation des grauen Stars. Es stellt sich nur die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Statistisch werden die Patienten in Deutschland zwischen dem 65. und 75 . Lebensjahr operiert. Bei einem Visus von 100% und sonst gesundem Auge empfehlen wir aber mit der Operation zuzuwarten. Wir schlagen dann Kontrollen in angemessenen Zeitabständen vor.
Einige Zeit nach der Operation des grauen Stars kann es zu einer erneuten Trübung des Sehens kommen. Man spricht von einem Nachstar. Es handelt sich nicht um eine erneute Trübung der Linse, sondern eine Trübung der verbliebenen Kapselrückwand. Diese ist absichtlich bei der Operation belassen worden, um die Kunstlinse in den Kapselsack einsetzen zu können. Nach wenigen Wochen ist die Kunstlinse durch Schrumpfen der Kapsel in diese eingewachsen und die Rückwand der Kapsel wird nicht mehr benötigt. Daher kann die Kapselrückwand bei Trübung mit wenig Aufwand mit einem Laser entfernt werden. Anschließend ist das Sehen wieder klar und bleibt es auch. Wenn erneute Sehprobleme auftreten, liegt die Ursache z.B. an der Netzhaut oder am Sehnerv, in der Regel jedoch nicht mehr an der Linse.